Unternehmensgründung

Die Digitalisierung macht es so einfach wie nie zuvor, ein funktionierendes Unternehmen allein oder mit wenigen Personen auf die Beine zu stellen. Von dieser Einfachheit profitieren auch Verbraucher, die eine große Bandbreite an Angeboten erhalten. Einige Formalia und Schritte gibt es dennoch zu beachten. Im Nachfolgenden stellt Unternehmensrecht Aktuell in Grundzügen die Gründung eines Unternehmens dar. Die Seite beinhaltet konkrete Ratschläge inklusive (Werbe-)Empfehlungen; sie ersetzt dennoch keine anwaltliche Beratung.

    1. Unternehmensgegenstand: Eigentlich selbstverständlich, dennoch ein wichtiger Schritt. Zuallererst gilt es, Überlegungen über den Zweck, die Art des Betriebes, und die Wirtschaftlichkeit anzustellen. Der Unternehmensgegenstand spielt auch in vielen Fragen des Handels- und Gesellschaftsrechtes eine Rolle, da er unter Umständen im Handelsregister veröffentlicht werden muss. Gerade das Handelsregister stellt recht hohe Anforderungen an die Genauigkeit, mit der der Unternehmensgegenstand bezeichnet werden muss. Dies hängt mit der Funktion des Handelsregisters zusammen, für Transparenz im Geschäftsverkehr zu sorgen. Entsprechend wichtig ist es, dass die Beschreibung des Unternehmensgegenstandes, der Branche bzw. der Tätigkeit, unmissverständlich ist.
    2. Wahl der Rechtsform: zur Wahl steht der Betrieb als Einzelunternehmen oder die Wahl einer Form der Personen- oder Kapitalgesellschaft. Ein wirtschaftlicher Verein oder eine Genossenschaft können in Einzelfällen ebenfalls infrage kommen. Die Wahl der Rechtsform ist entscheidend für die Frage, wann eine Handelsregisteranmeldung erforderlich ist, und für die Frage nach der Haftung. Handelsgesellschaften bedürfen in jedem Fall und sofort einer Anmeldung zum Handelsregister, Einzelunternehmen und Gesellschaften bürgerlichen Rechtes erst ab einer Umsatzgrenze. Die Rechtsformzusätze der Firma lauten dann e.K. (eingetragener Kaufmann) bzw. OHG (Offene Handelsgesellschaft: eine eingetragene GbR). Eine freiwillige Eintragung kann auch unterhalb der jeweiligen Umsatzgrenze erfolgen, sie sollte allerdings gut überlegt sein, da ein Kaufmann (=Unternehmen mit Handelsregistereintrag) im Geschäftsverkehr strengen Sorgfaltspflichten unterliegt.
    3. Vertrag: Soll eine Gesellschaft gegründet werden, muss ein wirksamer Gesellschaftsvertrag mit den erforderlichen und gewollten Regelungen geschlossen werden. Der Vertrag ist zugleich die Satzung des Unternehmens, die interne Regeln festlegen kann. Welchen Grad an Gestaltungsfreiheit die Gesellschafter haben, hängt von der Rechtsform ab. Die Satzung einer GbR kann völlig frei gestaltet werden (in den Grenzen dessen, was nicht rechts- oder sittenwidrig ist), eine GmbH muss gewisse Anforderungen erfüllen und kann von einigen gesetzlichen Regelungen nicht abweichen. Eine AG unterliegt einer weitgehenden Satzungsstrenge (§ 23 Abs. 5 AktG) und hat wenig Gestaltungsfreiheit.
    4. Beurkundung: Gesellschaftsverträge, die zum Handelsregister angemeldet werden sollen, müssen notariell beurkundet werden, da sie sonst formunwirksam sind. Der Notar klärt die Gesellschafter über ihre Rechte und Pflichten auf und prüft den Gesellschaftsvertrag auf Probleme, die der Eintragung im Handelsregister entgegenstehen könnten. Erst mit Erstellung der Urkunde durch den Notar ist der Vertrag wirksam.
    5. Zahlung der Einlagen: Gesellschafter, die nach dem Gesellschaftsvertrag Einlagen an die Gesellschaft zu zahlen haben, müssen dies vor Eintragung nachweisen. Dazu muss in der Regel ein Beleg über die Einzahlung auf ein separates Geschäftskonto vorgelegt werden. Geschäftskonten werden längst nicht bei allen Banken angeboten. Die Redaktion kann aus eigener Erfahrung die Geschäftskonten von FYRST (Hier geht es zum Angebot)* empfehlen, die sowohl von Einzelunternehmern als auch von Personen- und Kapitalgesellschaften eröffnet werden können. FYRST gehört zur Postbank, wer eine Filialbank bevorzugt, kann auch das entsprechende Angebot der Postbank (Postbank Business Giro)* wahrnehmen. Die Einlagen müssen der Geschäftsführung der Gesellschaft zur freien Verfügung stehen. Die Geschäftsführung muss also jederzeit Zugriff auf das Kapital haben und es für unternehmerische Zwecke einsetzen können. Im Gegenzug ist die Geschäftsführung allerdings auch dafür verantwortlich, für eine vollständige Leistung und Zurückbehaltung der Einlagen zu sorgen. Einlagen dürfen nicht an die Gesellschafter zurückgewährt werden, jede Kapitalausschüttung muss durch Gewinne gedeckt sein.
    6. Anmeldung zum Handelsregister: Wer ein Handelsgewerbe betrieben oder eine Handelsgesellschaft gründen will, muss diese zum Handelsregister anmelden. Dies gilt für die OHG, die KG, die GmbH (oder UG) sowie für die Aktiengesellschaft und die KGaA. Mehr zu den Rechtsformen lesen Sie in unserem wirtschaftsrechtlichen Wörterbuch. Die Handelsgesellschaften entstehen erst mit der Eintragung – dies ist insbesondere in Fragen der Haftungsbeschränkung wichtig, die vorher nicht greift. In aller Regel erfolgt die Eintragung innerhalb von zwei Wochen nach dem Antrag. Der Antrag wird üblicherweise vom Notar vorgenommen.
    7. Anmeldung beim Gewerbe- und Finanzamt: Wer ein Gewerbe betreibt, muss sich beim Gewerbeamt der Kommune anmelden. Für freiberuflich tätige Unternehmer entfällt diese Pflicht; in beiden Fällen jedoch ist eine Betriebserfassung beim Finanzamt obligatorisch. Dabei benötigt jedenfalls ein Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit eine Steuernummer des lokalen Finanzamtes. Wird das Unternehmen (auch) grenzüberschreitend tätig, wird zudem eine Umsatzsteuer-ID von der Bundeszentrale für Steuern

Sie sind nun an dem Punkt, an dem der Gründungsprozess nicht mehr formal vorgegeben ist. Dennoch empfehlen sich einige weitere Schritte im Allgemeinen, die zumindest in Gedanken durchgegangen werden sollten.
Thema Finanzierung: Handelt es sich bei dem Unternehmen um mehr als ein simples Tool auf einer Website, oder ist beispielsweise das Anstellen weiterer Arbeitskräfte für den Beginn des Geschäftsbetriebes unabdingbar, wird die Finanzierung des Unternehmens zum Thema. Hier muss für die jeweilige Branche geprüft werden, welche Optionen an Krediten und Gründungszuschüssen zur Verfügung stehen.

Banken werden vor einer Kreditaufnahme nicht selten eine SchuFa-Auskunft einfordern. Je nach individueller Situation kann dies ein erhebliches Hindernis darstellen. Abhilfe schaffen hier Angebote wie das unserer Partner bei CrediMaxx*, die gezielt Kredite ohne Erfordernis einer SchuFa-Auskunft vermitteln.

Ein weiteres zentrales Thema ist das Website-Hosting. Für kleine Unternehmen ist die Website in aller Regel in zentrales Element zur Aufnahme des Geschäftsbetriebes, da sie ein niedrigschwelliges und zugleich effektives Marketinginstrument ist – oder, je nach Inhalt, auch selbst das Produkt sein kann. Unternehmensrecht Aktuell ist bei Ionos by 1&1* gehostet und kann diesen Service uneingeschränkt empfehlen. Neben günstigen Tarifen mit vorinstallierten Content-Management-Systemen (wie WordPress) und einer großen Auswahl zubuchbarer Tools, die für eine unternehmerische Website äußerst wertvoll sind, bietet Ionos auch einen außergewöhnlich guten Kundensupport.

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