Interview mit Christian Solmecke zur Reform des Rechtsdienstleistungsmarktes

Der Bundestag hat am 10. Juni 2021 das Gesetz zur Förderung verbrauchergerechter Angebote im Rechtsdienstleistungsmarkt verabschiedet. Unternehmensrecht Aktuell hat RA Christian Solmecke, Partner der Medienrechtskanzlei Wilde Beuger Solmecke, zum Gesetz befragt. UA: Der Gesetzesbegründung lassen sich zwei primäre Stoßrichtungen entnehmen, nämlich zum einen der Schutz der Verbraucher durch Informationspflichten, zum anderen der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit von Rechtsanwälten bei geringen Streitwerten. […]

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AG Coburg: Inkassozession zugunsten eines Legal Tech-Dienstleisters

Gewerbliche Inkassodienstleister operieren im Grenzbereich der Rechtsdienstleistungen, die herkömmlicherweise ausschließlich Rechtsanwälten vorbehalten sind. Grundlage hierfür ist eine Inkasso-Lizenz nach § 10 des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG). Trotz dieser gesetzlichen Grundlage kann es im Einzelfall schwierig sein, trennscharf zwischen erlaubten und nicht erlaubten Rechtsdienstleistungen abzugrenzen und die zulässige Reichweite der Tätigkeit zu bestimmen. Das AG Coburg hat sich in einem Urteil vom 14.06.2021 […]

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OLG München: Vorläufiger Rechtsschutz bei Ausschluss aus Handelsgesellschaft

Das Handelsregister legt die Verhältnisse von Handelsgesellschaften offen – insbesondere auch, welche Gesellschafter beteiligt sind. Eintragungen im Handelsregister begründen einen derart starken Vertrauensschutz, dass man sich in aller Regel nur auf die eingetragene Rechtslage berufen kann. Teilweise wirken Eintragungen sogar konstitutiv, das heißt, dass die wahre Rechtslage von der Eintragung im Handelsregister abhängig ist und nicht umgekehrt (etwa beim Entstehen […]

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LG Frankfurt a. M.: Zur Beschlussanfechtung nach einer virtuellen Hauptversammlung

Der Aufsichtsrat einer AG kann insbesondere dann in Konflikt mit Vorstand oder Aktionären geraten, wenn es um die Rechtmäßigkeit der Durchführung einer Hauptversammlung sowie der Beschlussfassung geht. Die Corona-Pandemie hat in diesem Zusammenhang zahlreiche weitere Fragen aufgeworfen. Schwerpunktmäßig hing dies damit zusammen, dass die Durchführung von Hauptversammlungen in Präsenz zeitweise unmöglich war und somit das grundlegende Konzept der Hauptversammlung und […]

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BGH: AGB-Kontrolle bei Gebührenerhöhungen

Besteht ein Rahmenvertrag, der ein Dauerschuldverhältnis zwischen zwei Parteien betrifft, dient dieser oft als Grundlage für einseitige Gebührenerhöhungen. Ein klassisches Beispiel ist das Bankkonto, das auf einem sogenannten Zahlungsdienstleistungsrahmenvertrag beruht, der nach § 675g BGB unter weniger strengen Voraussetzungen geändert werden kann, als dies im Allgemeinen bei Verträgen der Fall ist. Inwieweit § 675g BGB aber tatsächlich den allgemeinen Regeln […]

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OLG Frankfurt a.M.: Mitbestimmung im Konzernaufsichtsrat

Das Mitbestimmungsgesetz und das Drittelbeteiligungsgesetz regeln in Unternehmen deutscher Rechtsform die Mitbestimmung von Arbeitnehmern im Aufsichtsrat. Bei einer in Deutschland ansässigen Societas Europeae finden sich entsprechende Regelungen im SE-Beteiligungsgesetz (§§ 34 ff, 47 SEBG). Hierbei ist die Rechtslage insofern eindeutig, als dass die Gesetze klare Schwellwerte vorsehen. Ab einer bestimmten Anzahl Arbeitnehmer ist den Arbeitnehmervertretern eine bestimmte Beteiligungsquote im Aufsichtsrat […]

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