Norwegen führt extrem hohe Vermögenssteuer ein

Das norwegische Parlament hat diverse Änderungen der norwegischen Steuergesetze verabschiedet. In diesem Zuge wurde die Kapitalertragsteuer heraufgesetzt und die jährliche Vermögensabgabe auf 1,1 % angehoben. Die Änderungen folgen der kürzlichen Einführung der Wegzugsteuer in Norwegen, welche die in Norwegen ansässigen Eigentümer von Kapitalgesellschaften bei Aufgabe ihres steuerlichen Wohnsitzes in Norwegen zur Versteuerung von fiktiven Veräußerungsgewinnen verpflichtet (vergleichbar mit § 6 AStG).

Das norwegische Steuerrecht ist für kleine und mittlere Kapitalgesellschaften beziehungsweise deren Inhaber dahingehend fatal, dass die hohen Steuern auf Betriebsvermögen häufig den tatsächlich erzielten Gewinn übersteigen. Eigentümer von Kleinunternehmen müssen häufig Kredite aufnehmen oder Anteile verkaufen, um ihre Steuerbescheide begleichen zu können. Gerade wenn das Unternehmen über große Mengen an illiquidem Betriebskapital, etwa Immobilien oder Maschinerie verfügt, ist der nominale Unternehmenswert – und damit Vermögenswert des Eigentümers – häufig sehr hoch, wodurch aber nicht automatisch liquide Geldmittel zur Verfügung stehen. Da allerdings das Vermögen und nicht der Gewinn Bemessungsgrundlage der Steuer ist, wird der Gewinn durch hohe Vermögenssteuern häufig ganz aufgezehrt oder sogar ins Negative gedrückt.

Auch für den norwegischen Staat ist die Steuer allerdings ein massives Minusgeschäft: im Zuge der Einführung des Gesetzes haben bereits viele Unternehmer Norwegen verlassen und sind beispielsweise in die Schweiz ausgewandert. Die entgangenen Einkommenssteuern werden die Mehreinnahmen des Staates durch die Vermögensabgabe vermutlich bereits nach einem Jahr übersteigen.

Der Fall Norwegen ist insofern in gewisser Hinsicht ermutigend: trotz der massiven Bemühungen der nimmersatten Hochsteuerländer, den steuerlichen Wettbewerb zu bekämpfen und den einfachen Bürger somit seiner Wehrhaftigkeit zu berauben, funktioniert der steuerliche Wettbewerb auf globaler Ebene weiterhin. Unabhängige Steueroasen wie die Schweiz oder Panama werden ehrlichen, produktiven Unternehmern weiterhin einen Zufluchtsort vor der populistisch motivierten Gier der Politiker bieten.

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